Das vergessene Erbe der Donaufrauen. Frau vom Hohlefels Göttinnen der Donau

Seit 2002 tanze ich regelmäßig in Regensburg, einer Stadt an der Donau in Bayern. Meine Nehalennia-Geschichten wecken die Neugier der Tänzerinnen: Könnt ihr mir mehr über das vergessene Erbe der Frauen erzählen? Ich ermutige sie, die Frauengeschichte ihrer eigenen Heimat zu erforschen. Die Donau war einst keltisches Gebiet, und ich besuche regelmäßig das Historische Museum Regensburg. Mit Interesse fotografiere ich die keltischen Figuren und lese die ausgestellten Geschichten. Ich vermute und weiß, dass es im Donaubecken ältere Siedlungen gibt als bei uns in den Niederlanden, im Wasser und im Sumpfland. 2019 tanzten wir eine Woche lang im Freien am Donauufer, draußen auf der Donauinsel. Ich erhielt die Broschüre über die Matronen, die drei Damen aus Deutschland, von Annine van der Meer. Diese Votivaltäre, von denen 800 gefunden wurden, stammen aus derselben römischen Zeit wie die Votivaltäre von Nehalennia und zeigen die drei Matronen: die gekrönte Dame, Mutter und Tochter. Annine beschreibt, dass diese Damen einen spezifischen Beinamen tragen, der auf ihre Schutzpatroninnen hinweist, beispielsweise auf welches Tier, welche Region oder welche Quelle.
Das erinnert mich an die griechischen und römischen Bedeutungen der Namen. Wenn ein Name auftaucht, z. B. Matronae, Matres oder Deae Ambirenae, bedeutet er „die Matronen am Rhein“, oder Matronae Alagabiae (Düsseldorf) bedeutet „die Allgebenden Matronen“, oder Deae Gantunae, die Gänsegöttinnen (Köln). Eine ausführliche Liste der Matronennamen findet sich auf Wikipedia*. https://de.wikipedia.org/wiki/Matronen

Seit 2019 wir würdigen die Donau in ihrer Lebensenergie.
Die Donau ist ein weiblicher Fluss; allein fließt sie nach Osten. 2019 tanzen wir für die Donau, und ich bitte die Teilnehmenden, die Eigenschaften der Donau aufzuschreiben. Dann setzen wir vor diese Eigenschaften oder Beschreibungen *Donau, Göttin von…*. Plötzlich erhält die kraftvolle Donau einen Namen und Anerkennung für ihren magischen Einfluss auf das Leben aller. Gemeinsam erstellen wir eine faszinierende Liste von Eigenschaften des Flusses, mit denen sich jeder verbunden fühlt: Donau, Göttin des Lebens, Donau, Göttin des Urweiblichen, Göttin der Reinigung usw. Wir tanzen, und nach jedem Tanz schreiben wir wie gewohnt etwas auf. Diesmal versuchen wir, von der Donau als dem Wesen der Göttin auszugehen und so unsere Aufzeichnungen zu gestalten. Dieses gemeinsame Tanzen und Schreiben berührt uns alle. Es ist etwas Besonderes, dem Fluss einen Namen und einen Spitznamen zu geben, um die Magie anzuerkennen, die die Donau mit sich bringt.
Frau Donau,
meine Weisheit fließt von Westen nach Osten.
Ich begrüße Sonnenaufgänge,
bringe Wissen in den Osten.
Licht und Dunkelheit sind Stimmungen,
turbulent und wild.
Strudel sind meine Strömungen,
ungezähmt und wild.
Sonnenflecken kräuseln sich zart,
meine Falten sind Küsse.
Überschwänglich ist mein Fluss.
Ich fließe durch Zeiten,
sehne mich nach der Vereinigung
mit dem Schwarzen Meer.
Anneke Wittermans August 2019
Göttinnen der Donau
Frau vom Hohle Fels, Donau, ihre uralte Geschichte.

Als ich 2019 nach den Tanztagen an der Donau wieder zu Hause war, erinnerte ich mich an die neolithischen Figuren und einen Zeitungsartikel meines Vaters aus dem Jahr 2008 über eine 40.000 Jahre alte Statue mit einem deutsch klingenden Namen: Venus vom Hohle Fels. Sie ist 40.000 Jahre alt und trägt – seltsamerweise – den Namen einer römischen Göttin. Das stört mich; wir kennen doch bereits die Venus von Willendorf. Venus war in römischer Zeit die Göttin der Liebe. Weltweit wurden unzählige weibliche Figuren gefunden, erklärt die Archäologin Marija Gimbutas. Es sind keine typischen Venus-Idole. Diese Figuren tragen oft den römischen Namen Venus (das Römische Reich bestand von 753 v. Chr. bis 1453 v. Chr.). Ich nenne all diese Venus-Statuen lieber Dame von, Frau von oder Herrin von, denn jede dieser Statuen verkörpert eine andere Gabe oder erzählt eine besondere Geschichte weiblichen Erbes.

Frau vom Hohle Fels, Donau, ihre uralte Geschichte.
Als ich 2019 nach den Tanztagen an der Donau wieder zu Hause war, erinnerte ich mich an die neolithischen Figuren und einen Zeitungsartikel meines Vaters aus dem Jahr 2008 über eine 40.000 Jahre alte Statue mit einem deutsch klingenden Namen: Venus vom Hohle Fels. Sie ist 40.000 Jahre alt und trägt – seltsamerweise – den Namen einer römischen Göttin. Das stört mich; wir kennen doch bereits die Venus von Willendorf. Venus war in römischer Zeit die Göttin der Liebe. Weltweit wurden unzählige weibliche Figuren gefunden, erklärt die Archäologin Marija Gimbutas. Es sind keine typischen Venus-Idole. Diese Figuren tragen oft den römischen Namen Venus (das Römische Reich bestand von 753 v. Chr. bis 1453 v. Chr.). Ich nenne all diese Venus-Statuen lieber Dame von, Frau von oder Herrin von, denn jede dieser Statuen verkörpert eine andere Gabe oder erzählt eine besondere Geschichte weiblichen Erbes.
Im Herbst 2019 reisten Suzan und ich nach Regensburg, über Blaubeuren zur Donauquelle, um die Hohle-Fels-Figur mit eigenen Augen zu sehen. Verschiedene Figuren aus Europa sind im Museum für Urgeschichte Blaubeuren ausgestellt.
Die Donau-Frau vom Hohle Fels (Venus) ist eine Statuette einer Frau. Sie wurde 2008 bei Ausgrabungen in der Hohle-Fels-Höhle am Südfuß der Schwäbischen Alb bei Schelklingen entdeckt. Damit zählt die Donau-Frau vom Hohle Fels, zusammen mit der etwas jüngeren Dame von Galgenberg, zu den ältesten bekannten Darstellungen des menschlichen Körpers weltweit. Es ist kaum zu fassen, wie man eine Figur von der Größe zweier Fingergelenke (5,7 cm) finden konnte
; sie ist als Figur genauso kraftvoll, trotzig und unzähmbar wie die Donau selbst. Welch ein Bild, das den Beschreibungen und Begegnungen der Tänzer mit der Donau entspricht! Genauso unermüdlich nehmend und reich gebend wie der Fluss selbst.
Frau vom Hohle Fels; zeigend, überlebend, standhaft, intensiv, nährend, geheimnisvolle weibliche Kräfte, die ich in Erinnerung behalten und schätzen möchte.

Wenn wir uns der Geschichte unserer Umgebung
wieder bewusst werden und die Erde,
auf der wir leben, ehren,
können wir unseren Selbstwert bewahren.
Anneke Wittermans
Frauenkraft und Frauengewissen
Frauen tragen das Gewissen des Volks. Frauen erzählen die Geschichte, und jede Erzählung zählt. Diese Geschichten sind die Lehrschule des Volks und von da her tragen die Frauen Verantwortung.
Welche Qualitäten sind gefordert aufgrund der Geschichte der letzte 5000 Jahre? Was können die Frauen jetzt schaffen? Was kann entstehen, von hoher Qualität, aus dem Schmerz, den jede Frau trägt?
Das Reifen, Auskristallisieren und Herausfördern des Besten in jeder Frau entsteht durch die Wunde und das Bewusstsein des Volks. Jede einzelne Person ist angesprochen, ihre einzigartigen Möglichkeiten auszubilden.
Die vergessene Weisheit der Frauen zu treffen Frau vom HohleFels 40.000 Jahre
Die Mysterien der weiblichen Linien rühren uns alle. Alle Menschen haben eine lange Linie von Müttern, die uns ganz zurück führt zur ersten Frau. Die Linie der Vormütter ist nie unterbrochen. Wer selbst Mutter einer Tochter ist, formt ein Glied in dieser Kette von Frauen. Was bedeutet die Position, die du in deiner weiblichen Linie hast für dich?
Urtanz baut einen Raum, in dem jede sich an das Frauenerbe erinnern kann.
Vergessenes heimisches Frauenerbe finden sich wieder in leicht erlernbaren Choreographien zu Musik aus aller Welt. Beim Urtanz werden diese in Gruppen-formation getanzt
